Kawasaki W 650Nun steht sie in der Garage, meine neue Errungenschaft: Eine W 650! Nach 30 Jahren habe ich mich wieder einmal durchgerungen, mir eine Kawasaki zuzulegen. Meine erste war 1978 eine Z 200, aber das ist eine andere Geschichte.
Toll, was die Japaner mit der W 650 auf die Räder gestellt haben. Eine klassiche schöne Linie, immer wieder schön zum sattsehen; vielleicht mehr noch für den Passanten als für den Fahrer. Auch die Verarbeitung ist inzwischen besser geworden! Die Probefahrt hatte mich vollends überredet; so leicht und handlich sich diese Maschine trotz ihrer Abmessungen fahren und rangieren lässt. Auch der Motor: Nur ein kurzer Druck auf dem Starterknopf und der Motor springt sofort an und läuft ohne Mucken rund. Bei der ersten Ausfahrt begeistert der Paralleltwin dank seiner Ausgleichswellen durch seinen seidenweichen Lauf und Durchzug aus tiefen Drehzahlen. Ab 2000 U/min zieht er an. So gerät die Fahrt zu einem fast ermüdungsfreien Genuss. Sicher, der Auspuffsound könnte deutlicher ausfallen, aber auf längeren Touren gefällt er durch vornehme Zurückhaltung. In die Kurven will sie mit etwas Körpereinsatz hinein dirigiert werden. Vielleicht liegt's am hohen Lenker, den ich allerdings schon jetzt wegen der sehr entspannten Sitzposition nicht mehr missen möchte. Die absolut weiche und komfortable Federung verträgt keine allzu freche Fahrt, auch Autobahnfahrten mag sie nicht. Dafür gibt's aber ohnehin andere Motorräder! Mit etwa 90 bis 100 km/h auf der Landstraße ist man hier bestens bedient. Der Motor hat dabei ab 3500 U/min so viel Druck, dass das Überholen keine allzu große Herausforderung wird.
Ein echt nützliches Motorrad, es fährt, der Motor motort ganz unauffällig und das Fahrwerk mitsamt der Bremsen kommt seinen Aufgaben bei touristischem Fahrstil gut nach. Sicherlich: Es gibt vom Charakter Moppeds, die sich einfach geiler fahren lassen. Aber: Tankstopps sind neuerdings immer wieder für eine Überraschung gut! Durchschnittlich 3 ½ Liter auf 100 Kilometer! Das tröstet doch wegen der derzeit unverschämt hohen Spritpreise. Mit dem Sekundärluftsystem ist sie zudem auch bei den Abgaswerten bestens für die Zukunft gerüstet. Ach ja Leute, bevor ich es vergesse: Die Königswelle zur oben liegenden Nockenwelle! Dieses Wahnsinnsteil hatte ja bei einer anderen großen Motorradmarke eine grandiose Tradition hinter sich, dass es schon fast bei dieser Renaissance weh tut! Aber auch diese Königswelle benimmt sich wie das gesamte Motorrad völlig unauffällig. Wenn's beim Fahren mal ganz still ist, hört man sie mit leicht mahlendem Geräuch leise vor sich hinwerkeln. Diese Perfektion, also wirklich ...
zurück zur Auswahl ? |